B: Ziele der Griechenlandsolidarität in Deutschland:

 

  • Konkrete Hilfe leisten,
  • lernen aus den Erfahrungen der Selbsthilfegruppen in Griechenland,
  • öffentlich machen, welche katastrophalen Folgen die Austeritätspolitik für die griechische Bevölkerung hat,
  • dabei die Probleme des griechischen „Klientelismus“ nicht verharmlosen:
    „Eine „linke“ Griechenland-Solidarität, die von den eingefleischten Übeln des Klientelstaats absieht, nützt weder den Griechen noch dem Verständnis der Realität.“( N. Kadritzke, Die griechischen Versäumnisse... Nachdenkseiten, 30.8.2012)

  • deutlich machen, wer europaweit die Gewinner dieser Politik sind und dass die Zerstörung der Sozialstaaten die Grundlage ist für die Ausrichtung der EU/Deutschlands auf grenzenlosen Wettbewerb.
  • vorbereitet sein auf eine mögliche Regierungsübernahme der Linken in Griechenland: dann ist hier Gegenöffentlichkeit und Solidarität gegen den politischen Druck und die Medienhetze von größter Wichtigkeit.

 

 

Formen:

  • jede Attac-Gruppen könnte eine der vielen Selbsthilfegruppen in Griechenland „adoptieren“ (d.h. kontinuierliche finanzielle Unterstützung, Entwicklung von persönlichen Kontakten usw.)

  • Solidaritätskomitees mit Griechenland gründen – hier könnten Bündniskontakte von Blockupy und Umfairteilen genutzt werden.

  • bundesweite Kampagne: Solidarität mit Griechenland: Gegen die Verelendungspolitik in ganz Europa!

Öffentlich machen der Grundforderungen:

  • Annulierung der Schulden vor allem der Südländer (europäische Schuldenkonferenz)

  • Austeritätsmaßnahmen der Troika rückgängig machen, dafür Steuervermeidung und Steuerflucht verhindern und Korruption bekämpfen

  • Unterstützung demokratischer Reformen

  • Wirtschaftlicher Entwicklungsplan („Marshallplan“) für Griechenland, Portugal

  • Einfordern der deutschen Reparationsschulden an Griechenland

  • Finanzierung durch Vermögensabgabe und Reichensteuer

  • europaweite Arbeitszeitverkürzung

 

 

Hindernisse:

 

Die herrschende Meinungsmacht ist unangefochten, knüpft aber auch an wirkliche Probleme an – verschiebt die Kritik aber von der „Elite“ auf „die Griechen“:

  • Die EU hilft mit ihren „Hilfspaketen“ – die Griechen kriegen´s nur nicht gebacken,

  • Es ist ein Fass ohne Boden, in das schon zu viel Steuergelder versenkt wurden.

  • Die Griechen sind selbst schuld, weil sie über ihre Verhältnisse gelebt haben.

  • Es gibt zu viel Staat und Korruption,

  • Es ist Druck nötig (auf wen?!), sonst geht der Schlendrian weiter,

Kenntnisse fehlen oder werden verdrängt:

  • das Ausmaß der Not der Bevölkerung,
  • dass die Verarmung beabsichtigt ist und warum,

  • wer der Nutznießer der „Hilfe“ ist,

  • dass die Reformen das Gegenteil von Hilfe sind, und große Teile der griechischen Wirtschaft kaputt und reif machen für die Übernahme durch ausländische Konzerne.

 

Ohnmachtsgefühle derjenigen, die helfen wollen:

  • wer ist Ansprechpartner – kommt die Hilfe an die „Richtigen“?

  • jede mögliche Hilfe ist nur „Tropfen auf den heißen Stein“,

  • Griechenlandhilfe ist unpopulär (siehe oben), dagegen kommen wir nicht an.